Historischer Tag in den USA: Barack Obama wird der erste US-Pr?sident mit dunkler Hautfarbe. Der 47-J?hrige gewann die Wahl mit klarem Vorsprung. Obamas Triumph wurde komplett durch den Sieg seiner Demokratischen Partei bei der gleichzeitigen Kongresswahl. In seiner ersten Rede schwor der Wahlsieger vor mehr als 100.000 Menschen in seiner Heimatstadt Chicago d?e USA auf einen einen Neuanfang ein: ?Change has come to America? (Der Wandel ist in Amerika angekommen).
Die Zeit seiner Pr?sidentschaft beginne mit immensen Herausforderungen, sagte Obama und nannte ?zwei Kriege, ein Planet in h?chster Gefahr, die schwerste Finanzkrise in einem Jahrhundert?. Jetzt sei die Zeit, mit der Arbeit zu beginnen. Er wolle auch Pr?sident derjenigen Amerikaner sein, die ihn nicht gew?hlt h?tten.
Der republikanische Kandidat John McCain gratulierte Obama zu seinem Wahlsieg. ?Das amerikanische Volk hat gesprochen?, sagte der 72-J?hrige vor entt?uschten Anh?ngern in Arizona. Er h?tte sich ein anderes Ergebnis gew?nscht, sagte McCain.
Merkel: Vielf?ltige Chancen nutzen
Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit Obama. In einem Schreiben gratulierte sie ihm am Mittwochmorgen zu seinem ?historischen Sieg? bei der Pr?sidentschaftswahl und lud ihn zu einem Besuch nach Deutschland ein.
?Die Welt steht zu Beginn Ihrer Amtszeit vor bedeutenden Herausforderungen?, schrieb Merkel. ?Ich bin ?berzeugt, dass wir in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Europa den neuartigen Gefahren und Risiken entschlossen begegnen und die vielf?ltigen Chancen, die sich in unserer globalen Welt er?ffnen, gut nutzen werden.? Die Bundesregierung sei sich der Bedeutung und des Wertes der transatlantischen Partnerschaft f?r eine gemeinsame Zukunft bewusst.
Amtseid am 20. Januar
Zusammen mit dem designierten Vizepr?sidenten Joe Biden wird Obama am 20. Januar 2009 in Washington den Amtseid ablegen. Dann endet auch die achtj?hrige Regierungszeit des Republikaners George W. Bush.
Obama gewann in mindestens 27 US-Staaten und sammelte so 338 Wahlm?nnerstimmen ? f?r den Sieg war eine Mehrheit von 270 der 538 Stimmen erforderlich. McCain konnte Obama in mindestens 18 Staaten bezwingen, was mit 144 Wahlm?nnerstimmen aber f?r den von ihm erhofften Umschwung in letzter Minute nicht ausreichte. Knapper fiel das landesweite Stimmenverh?ltnis aus ? hier erreichte Obama einen Anteil von 51 Prozent, McCain folgte mit 48 Prozent dicht dahinter.
Entscheidend waren Florida, Ohio und Pennsylvania
Entscheidend f?r den Wahlerfolg waren Siege Obamas in den Schl?sselstaaten Florida, Ohio, Pennsylvania und Virginia. Der Kandidat der Demokraten sicherte sich zun?chst die erwarteten Siege im Nordosten, einer traditionell liberalen Region, und im Mittleren Westen der USA. Der Senator von Illinois gewann in seinem Heimatstaat und war auch im heftig umk?mpften Pennsylvania erfolgreich. Dort hatte McCain einen besonders intensiven Wahlkampf gef?hrt, um die erwarteten Verluste in anderen Staaten auszugleichen. Obama siegte auch in Ohio und Iowa, wo vor vier Jahren noch der Republikaner George W. Bush die Wahlm?nnerstimmen holte. Bislang konnte noch nie ein Republikaner ohne einen Sieg in Ohio die Pr?sidentschaftswahl gewinnen.
McCain war vor allem im konservativen S?den der USA erfolgreich. Er gewann wie erwartet in Staaten wie Utah, Arkansas, Kansas, Kentucky und Tennessee.
Republikaner b??en Mandate ein
Die Demokratische Partei gewann die absolute Mehrheit im Senat und im Repr?sentantenhaus. Bei der Wahl von 35 der 100 Sitze im Senat gelang es demokratischen Kandidaten, entscheidende Mandate zu erobern, die bisher von den Republikanern gehalten wurden. Zu den Siegern der Senatswahl geh?rt auch der designierte Vizepr?sident Biden, der in Delaware f?r eine siebte Amtszeit wiedergew?hlt wurde.
Im bisherigen Senat hatten Demokraten und Republikaner jeweils 49 Sitze. Zwei Mandate wurden von parteilosen Politikern gehalten, die bei Abstimmungen meist auf Seiten der Demokraten waren.
Im Repr?sentantenhaus konnten die Demokraten ihre bisherige Mehrheit weiter ausbauen. Mehrere republikanische Abgeordnete verloren ihre Mandate, etwa in Florida. In Connecticut b??ten die Republikaner ihren letzten Sitz in einem Neuenglandstaat ein.
Auch bei den Gouverneurswahl gewannen die Demokraten einen weiteren Posten hinzu. Sie verdr?ngten in Missouri die Republikaner von der Regierung. Damit werden jetzt 29 Staaten von demokratischen Politikern gef?hrt und 21 von Republikaner.
Vermutlich Rekord bei Wahlbeteiligung
Vermutlich haben noch nie so viele Amerikaner an einer Pr?sidentschaftswahl teilgenommen wie diesmal. Allein in Virginia sch?tzten die Beh?rden die Wahlbeteiligung am Dienstag auf 75 Prozent. Von den 213 Millionen Wahlberechtigten haben sich 187 Millionen f?r die Wahl registrieren lassen. Von ihnen machten rund 40 Millionen von der M?glichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe Gebrauch. Bei der letzten Pr?sidentschaftswahl 2004 betrug die Beteiligung 60,7 Prozent ? das war der h?chste Wert seit 1968.
Sechs von zehn W?hlern im ganzen Land nannten die Sorge um die Volkswirtschaft als wichtigsten Faktor ihrer Wahlentscheidung, wie eine W?hlernachfrage der Nachrichtenagentur AP ergab. Kein anderes Thema, darunter die Energiepolitik, der Irak-Krieg, der Terrorismus und die Gesundheitsversorgung, hatte bei den W?hlern einen h?heren Anteil als zehn Prozent. Die W?hlernachfrage beruht auf einer Stichprobe von nahezu 10.000 W?hlern nach ihrer Stimmabgabe. Sie ergab auch, dass fast 60 Prozent der Frauen Obama f?r den besseren Kandidaten hielten. Auch bei den Erstw?hlern lag Obama deutlich vorn.
Exklusives Video von Obamas Rede: